Glossar

Begriffe aus der kolloidalen Düngung

Kurz erklärt: die Fachbegriffe, die in unseren Produktbeschreibungen und Versuchsberichten vorkommen.

A

Agrobacterium tumefaciens

Begeißeltes Bakterium, das sich eigenständig im Bewässerungssystem ausbreitet. Es verursacht Crazy Roots bei Tomaten und Gurken sowie Crown Gall bei Rosen.

B

Bakterien

Mikroorganismen mit eigenem Stoffwechsel, die sich durch Zellteilung vermehren. Im Gartenbau lösen sie Pflanzenkrankheiten aus, bilden aber auch einen nützlichen Teil der Bodenmikroflora.

B

Bio-Stimulanz

Eigene Produktgruppe der EU-Düngeverordnung: ein Düngeprodukt, das pflanzliche Ernährungsprozesse unabhängig vom Nährstoffgehalt stimuliert. Rechtlich etwas anderes als ein Pflanzenstärkungsmittel.

B

Bioverfügbarkeit

Anteil eines Nährstoffs, den die Pflanze tatsächlich aufnehmen und verwerten kann. Je feiner ein Partikel, desto höher ist in der Regel die Bioverfügbarkeit.

B

Blattdüngung

Ausbringung von Nährstoffen über die Blattoberfläche statt über Boden oder Bewässerung. Die Aufnahme erfolgt schneller, die benötigten Mengen sind geringer.

B

Bor

Spurennährstoff, der Blütenbildung und Befruchtung steuert. Ein Mangel zeigt sich vor allem in der reproduktiven Phase durch schlechten Fruchtansatz.

C

CEA – Controlled Environment Agriculture

Technologiebasierter Anbau in einer von der Außenwelt abgeschlossenen Umgebung – bei uns als Gewächshausanbau bekannt. Auch Vertical Farming fällt darunter.

C

CGMMV

Das Cucumber green mottle mosaic virus, oft Gurkenmosaikvirus genannt: ein hochansteckendes, sehr widerstandsfähiges Pflanzenvirus, gegen das es keine kurative Behandlung gibt.

C

Chlorose

Mangelerscheinung, bei der sich die Blätter aufhellen oder gelb verfärben, während die Blattadern grün bleiben. Häufigste Ursachen sind Eisen-, Magnesium- oder Kupfermangel.

C

Clavibacter michiganensis

Bakterium, das Bakterienwelke und Bakterienkrebs unter anderem bei Tomaten auslöst. Erkennbar an einseitigem Welken und verkorkten Vogelaugenflecken auf den Früchten.

C

Crazy Roots

Durch Agrobacterium tumefaciens ausgelöste Krankheit mit übermäßigem Wurzelwachstum. Trotz zunehmender Wurzelmasse nehmen die Pflanzen kein Wasser mehr auf und vertrocknen.

D

Dünger

Laut EU-Verordnung ein Produkt zur Versorgung von Pflanzen mit Nährstoffen oder zur Verbesserung ihrer Ernährungseffizienz.

E

Effektive Mikroorganismen

Kurz EM: eine Mischung aus aeroben und anaeroben Mikroorganismen, vor allem Milchsäurebakterien, Hefen und photosynthetisch aktiven Bakterien. Eingesetzt zur Bodenbelebung.

E

Eisen

Essenzielles Spurenelement, bei Pflanzen unverzichtbar für die Chlorophyllsynthese. Fällt der Eisengehalt unter ein kritisches Minimum, vergilben die grünen Pflanzenteile.

E

EU-Düngeverordnung

Kurzname für die Verordnung (EU) 2019/1009 über die Bereitstellung von Düngeprodukten auf dem EU-Markt. Die Produkte von B+H Solutions sind zu ihr konform.

F

Fertigation

Ausbringung von Düngemitteln über das Bewässerungssystem. Erlaubt eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen ohne zusätzlichen Aufwand.

F

Fusarium oxysporum

Im Boden lebender Pilz, der die Fusarium-Welke auslöst. Er kann viele Jahre überdauern, weshalb befallene Pflanzen separat entsorgt werden sollten.

G

Geschmack

Sinneseindruck beim Essen, stark abhängig vom Reifegrad bei der Ernte. Gebildet wird er durch ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und sekundäre Pflanzenstoffe.

G

Gewächshaus

Verlängert die Anbausaison und schützt empfindliche Pflanzen vor Wind und Kälte. Moderne Glas-Gewächshäuser in Europa können viele Hektar Fläche einnehmen.

H

Haltbarkeit

Bei Blumen auch Vase Life genannt. Wird oft durch Ethylen beeinflusst, das als Alterungshormon Nachreifen, Vergilben und Welken beschleunigt.

J

Jordanvirus

Kurzname für das Tomato brown rugose fruit virus (ToBRFV). Es kann während einer Saison bis zu 100 % eines Gewächshausbestandes befallen.

K

Kaltvernebelung

Ausbringung als feiner Nebel ohne Wärmezufuhr. Im Gewächshaus verteilt sich der Wirkstoff so gleichmäßig über den gesamten Bestand.

K

Kolloidale Dünger

Kolloide sind winzige Partikel von 1 bis 1000 Nanometern, fein in Flüssigkeit verteilt. Kolloidale Dünger werden über Blatt und Wurzel direkt aufgenommen und ergänzen das bestehende Düngeschema.

K

Kupfer

Weiches Halbedelmetall und essenzieller Mikronährstoff. Kupfer wirkt gegen Mikroben, besonders Pilze, und wird im Bio-Landbau oft als Fungizid verwendet.

M

Mehltau

Durch Pilze verursacht. Echter Mehltau bildet einen abwischbaren weißen Belag auf der Blattoberseite, Falscher Mehltau einen nicht abwischbaren auf der Unterseite.

N

Nanometer

Ein Millionstel Millimeter. Die Partikel in AgroArgentum® liegen unter 30 nm – klein genug, um direkt über die Blattoberfläche aufgenommen zu werden.

N

Nanotechnologie

Ein hochwertiges Nanomaterial zeichnet sich durch fünf Merkmale aus: Partikelgröße, Partikelgrößenverteilung, Reinheit, Stabilität und Reproduzierbarkeit.

N

NK-Anteil

Angabe des Stickstoff- und Kaliumgehalts einer Formulierung. Ein NK-Anteil von 9-6 bedeutet 9 % Stickstoff und 6 % Kalium.

O

Ökologischer Landbau

Ressourcenschonende Form der Landwirtschaft nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, ohne synthetische Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Gentechnik.

P

Partikelgrößenverteilung

Der wichtigste Qualitätsparameter für Nanopartikel: Die Partikel sollen nicht nur klein sein, sondern auch nur geringfügige Größenunterschiede aufweisen.

P

Pflanzenstärkung

Maßnahmen, die die natürliche Widerstandsfähigkeit der Pflanze fördern – etwa durch bessere Nährstoffversorgung, kräftigeres Wurzelwachstum und stabilere Zellwände.

P

Pflanzenstärkungsmittel

Rechtlich definierter Begriff nach § 2 Nr. 10 Pflanzenschutzgesetz: Stoffe und Gemische, die ausschließlich der allgemeinen Gesunderhaltung der Pflanzen dienen.

P

Photosynthese

Der zentrale Stoffwechselvorgang der Pflanze: Lichtenergie wird umgewandelt, aus Wasser entsteht Sauerstoff, aus Kohlendioxid werden Zucker aufgebaut.

P

Phytoplasma

Zellwandfreie Bakterien, die nur in ihren Wirtspflanzen überleben. Bei Zuckerrüben lösen sie die Erkrankung SBR aus, die zu sogenannten Gummirüben führt.

R

Ralstonia solanacearum

Bakterium, das das Xylem der Pflanze verstopft und Welke verursacht. Unter warm-feuchten Bedingungen sind 35 bis 90 % Ertragsverlust möglich.

R

Rückstandsfrei

Erntegut, in dem gemäß den geltenden Grenzwerten keine nachweisbaren Rückstände von Wirkstoffen verbleiben.

S

Silber

Edelmetall mit der höchsten elektrischen und Wärmeleitfähigkeit aller Elemente, zudem antibakteriell und antiviral. Im Pflanzenbau steigert es in Partikelform die Photosynthese.

S

Spurennährstoffe

Auch Mikronährstoffe genannt: Nährstoffe, die die Pflanze nur in kleinsten Mengen braucht, ohne die sie aber nicht auskommt. Ihr Fehlen zeigt sich in Mangelerscheinungen.

V

Verträglichkeitstest

Kleinversuch vor der ersten flächigen Anwendung. Er zeigt, ob sich die Produkte mit den im Betrieb eingesetzten Mitteln mischen lassen.

V

Viren

Viel kleiner als Mikroorganismen und ohne eigenen Stoffwechsel. Sie programmieren Pflanzenzellen zur Produktionsfabrik für neue Viren um.

X

Xanthomonas campestris

Pflanzenpathogenes Bakterium, das weltweit schwere Schäden an vielen Kulturpflanzen verursacht. Es wächst optimal unter feuchtwarmen Bedingungen über 20 °C.

Z

Zellwand

Äußere Struktur der Pflanzenzelle. Calcium und Silicium werden dort eingebaut und machen das Gewebe fester – sichtbar an längerer Haltbarkeit der Ernte.

Z

Zuckergehalt

Eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale bei Obst und Gemüse, gemessen in Brix-Grad. Er wirkt sich direkt auf Geschmack und Vermarktungswert aus.

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